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Montag, 24. Februar 2020 06:26 Uhr

Fußballgolf im Weserbergland: Kicken am Humboldtsee Fußballgolf im Weserbergland: Kicken am Humboldtsee

Mannschaft 1: 1. FC Wunstorf

Salzhemmendorf/Duingen (r). Frank Batke und Marco Neumann kann man schon als Fußballverrückte bezeichnen. Seit jüngster Kindheit jagen die Beiden dem runden Leder hinterher. Zusammen aktiv wurden sie dann aber erst in einer Altherren-Mannschaft, wo sich ihre Wege aufgrund des Alters – sie sind gut zehn Jahre auseinander – das erste Mal kreuzten. Schnell merkten der HSV- und der Werder-Fan, dass sie auf einer Welle liegen und unterhielten sich am liebsten natürlich über Fußball. Bei einem Besuch einer Fußballgolf-Anlage kam ihnen im August letzten Jahres die Idee, dass sie so etwas auch gemeinsam umsetzen könnten. Am Humboldtsee kamen der Wallenser und der Duinger mit dem dortigen Besitzer Peter Patt ins Gespräch und es entstand vergangenes Jahr die erste Idee zu einer Fußballgolfanlage am Humboldtsee. „In unserem Kopf war gleich die Faszination von Fußballgolf am Wasser da und wir entwickelten unsere Idee immer weiter“, so Neumann im Gespräch.

Danach nahm die ganze Idee Fußball-Golf mit Strandatmosphäre richtig Fahrt auf. Der 49-jährige Batke und der 36-jährige Neumann setzten sich zusammen und überlegten, wie man das ganze nachhaltig umsetzen kann. Beide stehen voll im Berufsleben und wollen auch weiterhin in ihren normalen Berufen bleiben. Mit Rückhalt aus ihren Familien gingen sie schließlich das Abenteuer an und kümmerten sich zunächst erstmal um das rund vier Hektar große Gelände. Freunde wie Christoph Ahlborn halfen immer mal wieder und gestalteten die Idee mit. Neben vielen Arbeiten rund um den Grünschnitt auf dem etwa 30 000 Quadratmeter großen Gelände wurden auch achtzehn verschiedene Bahnen mit 15 bis 200 Metern Länge geplant. Nach wochenlangen Arbeiten sind die ersten drei Bahnen schon bespielbar und weitere vor der Fertigstellung. Dabei lässt der „Praktiker“ Neumann seiner Kreativität vollen Lauf. Ob der Schuss durch ein extra aus dem Harz geliefertes altes Mühlenrad, über einen Bach oder entlang des Strandes am Wasser – auf die Feinheiten wird vom Team geachtet und die Anlage entsteht dabei eingepasst in die Natur mit vielen Besonderheiten. „Wir wollten bewusst keine Anlage auf einem Acker wie anderswo schaffen, sondern diese tolle Umgebung am See entsprechend einbauen“, erklären die beiden im Gespräch. Entstanden ist bei der Umsetzung der verschiedenen Bahnen laut Neumann dabei auch die mit 18 Metern vermutlich längste Fußballgolfröhre der Welt, die für viele Baustellenbesucher schon als echter Hingucker dient.

Jede freie Minute am Abend oder an den Wochenenden arbeiten die beiden Fußball-Golf-Freunde schließlich an der Gestaltung des Platzes, während sich auch in ihrem Umfeld die Vorfreude auf das gesellige Fußball-Golf steigert. Nach einem Besuch der Anlage und ersten Spiel-Runden an den bereits fertigen Bahnen gründen Freunde der beiden Betreiber sogar den 1. Fußball-Golf-Club Leine-Weser, mit dem sie nach der Fertigstellung der Anlage sogar die Teilnahme an einem deutschlandweiten Ligabetrieb anstreben. 20 Mitglieder aus vielen umliegenden Orten sind schon Mitglied, wobei der Verein von Sebastian Weber geführt wird. „Der Verein ist keine Konkurrenz zu den umliegenden Fußballvereinen und bietet vor allem einen geselligen Ansatz am See, wo sich die Mitglieder aus den umliegenden Landkreisen dann immer wieder treffen können“, erklärt Batke die Beweggründe der Vereinsgründer. Der Vorstand um Sebastian Weber oder Andreas Gröhlich hat sich auch schon im Deutschen Fußball-Golf-Verband DFGV organisiert, wo deutschlandweit über 800 Mitglieder registriert sind, die auch den Deutschen Meister ermitteln. Sogar einen Weltverband gibt es für die Sportart schon, so dass sich die Mitglieder in der wärmeren Jahreszeit schon auf einige Turniere freuen. Damit der Verein Turniere durchführen darf, entsteht der Platz auch nach den offiziellen DFGV-Regeln. So haben etwa die Löcher der verschiedenen Bahnen einen genauen Durchmesser, worauf auch Marco Neumann beim Bau genau achtet. Der Verein freut sich natürlich über weitere Mitglieder, die sich zur Kontaktaufnahme auch bei den beiden Betreibern des Platzes am Humboldtsee direkt oder über die Homepage www.fussballgolf-humboldtsee.de melden können.

Schon vor dem geplanten Start an Ostern haben sich bereits die ersten Kooperationen ergeben. Neben geplanter Zusammenarbeit mit dem Campingpark Humboldtsee, dem Waldhotel Humboldt und dem Saalepark startet nach den Osterferien eine Zusammenarbeit mit der KGS Salzhemmendorf, wo Schüler innerhalb einer AG ihren sportlichen Spaß in der Natur am Humboldtsee entwickeln können. Freuen tun sich die Betreiber auch über Unterstützung aus einer anderen Quelle. Zusammen mit weiteren Unterstützern hat Frank Batke letztes Jahr das Buch „40 Jahre Kreisliga Hameln-Pyrmont“ herausgebracht. Der Überschuss aus dem Buch sollte dem Jugendfußball in Hameln-Pyrmont zu Gute kommen, weshalb auf einstimmigen Beschluss der Autoren jetzt Gutscheine an alle 45 Jugendfußball unterstützenden Vereine des Landkreises zum Spielen auf der Anlage am Humboldtsee verteilt wurden.

„Wir haben uns die Arbeit aufgeteilt, wobei jeder seine Stärken hier einbringt. Bis jetzt macht uns das unglaublich viel Spaß und wir verwirklichen hier schon einen Traum von uns“, sind sich Batke und Neumann einig. Wenn das Wetter bei den Arbeiten mitspielt, wollen die beiden Gründer den ersten Fußball-Golf-Platz der Region an Ostern eröffnen. Bis dahin ist aber noch einiges auf dem Gelände zu tun.

Text und Fotos: Christian Göke

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