Donnerstag, 05. April 2018 08:00 Uhr

Vom Fußballer zum Triathleten: Jan Eckhardt spricht über sein neues Hobby Vom Fußballer zum Triathleten: Jan Eckhardt spricht über sein neues Hobby

Mannschaft 1: 1. FC Wunstorf

Holzminden (red). Im Fußballgeschäft sorgt Jan Eckhardt für keine großen Schlagzeigen mehr. Der ehemalige Jugendspieler des SV 06 Holzminden sowie SC Paderborn und spätere Kicker des FC Stahle 30 zählte vor 13 Jahren zu den größten Talenten in Südniedersachsen. Seit fast fünf Jahren liebt er eine andere Sportart - den Triathlon.

Im Interview mit René Wenzel spricht der 30-jährige Holzmindener über seine Zeit als Fußballer, sein neues Hobby und die Reaktionen seines Vaters, Trainer-Legende Werner Eckhardt.

"Jan, warum sieht man dich schon seit vier Jahren nicht mehr regelmäßig auf dem Fußballplatz?"

"Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Durch den Umzug nach Göttingen und den täglichen Weg zur Arbeit nach Holzminden, war es zeitlich nicht mehr möglich, an einem geregelten Trainingsbetrieb teilzunehmen. Zudem habe ich auch mehr und mehr den freien Sonntag schätzen gelernt…"

"Jetzt stehen bei dir die Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Laufen im Fokus. Wie kam es zum Wechsel in die Sportart Triathlon?"

"Das verdanke ich einem Kumpel. Er hat mir vom Triathlon erzählt und mich hat die Herausforderung dann so gereizt, dass ich angefangen habe zu trainieren. Im Sommer 2013 habe ich dann tatsächlich auch meinen ersten Triathlon in Hamburg absolviert. Die fantastische Atmosphäre beim Rennen hat mich dann dazu gebracht, mich auch gleich für weitere Rennen anzumelden."

"Und was liegt dir dabei am besten?"

"Ganz klar das Radfahren, aber Laufen ist auch noch in Ordnung. An meiner Schwimmtechnik muss ich allerdings weiterhin noch arbeiten."

"Was macht diese Ausdauersportart so besonders?"

"Die sportliche Herausforderung, drei sehr unterschiedliche Sportarten hintereinander zu meistern, ist sehr reizvoll. Ganz besonders sind auch die familiäre Atmosphäre sowie das Gemeinschaftsgefüge der Athleten untereinander. Auch wenn natürlich jeder gewinnen will, wird die sportliche Leistung eines jeden Teilnehmers gewürdigt und respektiert. Als Athlet hilft man sich auch während des Wettkampfes untereinander und tauscht den einen oder anderen Tipp aus. Zudem kenne ich kaum eine Sportart, bei dem die Profis noch so nah an der Basis sind und so auch für jeden Hobbyathleten erlebbar bleiben. Dazu gibt es auch noch ein passendes Beispiel."

"Und das wäre?"

"Im vergangenen Frühjahr beim Rennen in St. Pölten habe ich den Zieleinlauf der letzten Athletin miterlebt. Und abgesehen davon, dass nicht mehr ganz so viele Zuschauer anwesend waren, wurde sie genauso auf der Zielgeraden angefeuert, als ob sie die Gewinnerin des Rennens wäre. Dabei wurde sie traditionsgemäß von einer großen Gruppe Helfer ins Ziel eskortiert und auch einige Profiathleten waren noch anwesend. So ein Erlebnis ist kaum mit Worten zu beschreiben und verdeutlicht einfach den besonderen Spirit bei diesem Sport. Das beschert mir heute noch eine Gänsehaut."

"Gab es sonst noch Erlebnisse, die man nicht vergisst?"

"Eine schwierige Frage. Da gibt es so einiges… Natürlich zuerst einmal den Zieleinlauf bei meinem ersten Triathlon in Hamburg. Besonders war auch mein letzter Zieleinlauf beim Ironman 70.3 in Pula im vergangenen September im dortigen Amphitheater. Ein außergewöhnlicher Wettkampf war die Challenge auf Island im vergangenen Jahr vor atemberaubender Kulisse, aber auch unter extremen Bedingungen mit viel Wind und Kälte. Wenn ich jetzt hier auf die Erlebnisse zurückblicke, kann ich es kaum erwarten, dass die Saison mit dem ersten Rennen endlich wieder losgeht."

"Wie geht es denn weiter?"

"Die nächste Reise führt Ende April nach Sardinien für eine Mitteldistanz. Ein paar Wochen später geht es dann in die Slowakei zum „The Championship“ der Challenge Serie, ebenfalls eine Mitteldistanz. Und Anfang Juli steht dann mein Saisonhighlight an: meine erste Langdistanz beim Ironman in Frankfurt."

"Wie kannst du den ganzen Aufwand mit deinem Beruf kombinieren?"

"Dazu gehört schon ein bisschen Disziplin. Aber es motiviert mich, mir immer neue, herausfordernde Ziele zu setzen. Allerdings ist mir vor allem wichtig, dass der Spaß am Sport im Vordergrund steht und das Training nicht zur Belastung wird. In der Regel kann ich während des Sports gut abschalten und die Einheiten bieten einen perfekten Ausgleich zum teilweise stressigen Berufsalltag. Und was gibt es schöneres, als an einem schönem Sommertag auf dem Rad durch die Landschaft zu „fliegen“ oder auch mal beim Laufen die Frische eines Regenschauers über sich „ergehen“ zu lassen… Naja und beim Schwimmen? Da freue ich mich eher auf die heiße Dusche nach dem Training."

"Das mit der heißen Dusche kennt man auch aus dem Fußball in dieser Jahreszeit…Was hat eigentlich dein Vater, Trainerlegende Werner Eckhardt, zum Wechsel in den Triathlon gesagt?"

"Ach, das war nicht wirklich ein großes Thema. Wir hatten viele schöne gemeinsame Erfahrungen und Erinnerungen durch den Fußball - aber die Zeiten ändern sich. Im letzten Jahr hat er mich dann auch zu einem Rennen nach Kroatien begleitet. Das Rennen und die Veranstaltung insgesamt haben ihm auch gut gefallen. Wir sind sogar ein paar Tage vor dem Rennen zusammen mit dem Fahrrad die Radstrecke abgefahren."

"Vermisst du die Zeit als Fußballer überhaupt nicht?"

"Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich das Fußballspielen nicht wirklich vermisse. Vielmehr ist es eher die Kameradschaft in der Mannschaft. Insbesondere in Stahle war das etwas ganz besonderes und ich habe mich mit den Jungs und im ganzen Verein immer pudelwohl gefühlt. Wir hatten echt viele tolle Momente auf und neben dem Platz. Ich freue mich jetzt noch immer, wenn ich mal die Gelegenheit habe, meine ehemaligen Mitspieler auf ein Bier zu treffen. Wobei es hier meistens nicht bei einem Bier bleibt…"

"Aber Fußball spielst du aktuell gar nicht mehr?"

"Nein, nicht wirklich. Ich habe im vergangenen Jahr einmal die Fußballschuhe für einen Spaßkick in der Halle angezogen. In den nächsten Tagen hatte ich dann einen tierischen Muskelkater (lacht)."

"Also ist eine Rückkehr auf den Fußballplatz ausgeschlossen?"

"Man sollte zwar niemals nie sagen, aber ich glaube hier und heute kann ich definitiv eine Rückkehr auf den Fußballplatz ausschließen. Ich kann allerdings jedem nur empfehlen, mal einen Triathlon auszuprobieren. Es gibt für jeden die passende Distanz und es ist eine wirklich tolle Erfahrung."

 

Fotos: privat

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