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Hildesheim (mm). Am gestrigen Samstagnachmittag war für den SV06 Holzminden alles angerichtet. Die Kreisstädter gingen mit der besten Ausgangslage ins entscheidende Relegationsspiel gegen den SV Türk Gücü Hildesheim, der sein erstes Spiel gegen den HSC Hannover II verloren hatte und einen Sieg mit drei Toren Unterschied benötigte. Da die Hausherren in der Nachspielzeit noch zwei Tore erzielt haben, endete die Partie mit 4:1, sodass Holzminden zum dritten Mal in Folge in der Aufstiegsrelegation gescheitert ist.

Der SV06 Holzminden erwischte einen Traumstart. Türk Gücü missglückte ein Rückpass zum Torwart. Suleman Danjuma erlief sich den Ball, umkurvte Keeper Mehdi Bahrololoum und schob zum umjubelten 0:1 ein. Durch diesen Treffer konnte der HSC Hannover II, der gegen den SV06 Holzminden im Spiel und im obligatorischen Elfmeterschießen verloren hat, nicht mehr aufsteigen und die Mannschaft von Enes Ujkanovic benötigte nun vier Tore!

Bei hochsommerlichen Temperaturen entwickelte sich ein Spiel mit wenig Spielkultur. Holzminden operierte mit langen Bällen, während die Hausherren ihr Spiel mit spielerischen Aspekten aufzogen. Aber auch hier fehlte im letzten Drittel die zündende Idee. In der 33. Spielminute brachte Mir Tursun seinen Gegenspieler im Sechzehner zu Fall, sodass Türk Gücü einen Strafstoß zugesprochen bekam. Batuhan Kavakli trat an und verwandelte sicher zum 1:1-Ausgleich. Vier Minuten später tauchte Furkan Kital nach einem Stellungsfehler der Holzmindener Innenverteidigung vorm Tor auf und setzte das Spielgerät mit einem Heber über das Holzmindener Tor.

Das Tor setzte bei dem Gastgeber neue Energien frei und Holzminden musste diese Druckphase überstehen. „Wir müssen mit dem 1:1 irgendwie in die Pause kommen“, sagte Sören Eilers zu Maximilian Schatte. Dies hörte offenbar auch Keeper Luan Rama, der in einer undurchsichtigen Situation die Übersicht behielt und mit einer Faustabwehr einen weiteren Gegentreffer verhindert hat. Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Jonah Brüning (Schlag gegen Kopf abbekommen (33.)) folgten mit Mir Tursun (38./Leistenprobleme) und Kapitän Mats Lindner (40./Knieprobleme) zwei weitere Ausfälle.

In der 43. Minute rollte der nächste Konter auf das Holzmindener Tor zu, aber Luan Rama war auf der Hut und gewann die Eins-gegen-Eins-Situation gegen Furkan Kital. Eine gute Minute später jubelten die Hausherren erneut. Ein verdeckter Schuss von Mustafa-Berkay Güneri ging mit Hilfe des Innenpfostens ins Tor. Der Jubel von Türk Gücü verstummte wenige Augenblicke später wieder. Ein Hildesheimer Spieler stand im Abseits und verdeckte Rama die Sicht, sodass das Tor nicht zählte. In der siebenminütigen Nachspielzeit verließ Calvin Otumbari mit Kreislaufproblemen den Platz, sodass Schatte noch vor der Halbzeit ein viertes Mal wechseln musste. Im Laufe der zweiten Halbzeit fuhr für Otumbari, der sichtlich mit der Hitze zu kämpfen hatte, ein Rettungswagen vor und versorgte ihn. Mit dem Spielstand von 1:1 gingen die Mannschaften in die Pause. 

Die Auswechslungen der Stammkräfte war für Holzminden schwer aufzufangen, sodass sie für den zweiten Durchgang von Beginn an einen defensiven Ansatz gewählt haben. Leidlich die eingewechselten Max und David Liebrecht und der auffällige Suleman Danjuma waren als Offensivkräfte aufgeboten. Von Beginn an machten die Hildesheimer viel Druck, während Holzminden mit Mann und Maus verteidigt hat, mit Luan Rama einen sicheren Rückhalt hatte und auf Konter lauerte.

In der 63. Minute rauschte ein Fernschuss von Lian Umuhire Mugaragu knapp am Holzmindener Kasten vorbei. Sieben Minuten später steckte Suleman Danjuma den Ball zu Max Liebrecht durch, der die große Chance auf den Fuß hatte, aber an einer Parade von Mehdi Bahrololoum scheitern sollte. Mehdi Bahrololoum konnte sieben Zeigerumdrehungen später auch einen Kopfball von Suleman Danjuma stark parieren. Mohammed Malik Aref versuchte in der 82. Minute mit einem Freistoß aus guten 30 Metern sein Glück, aber Luan Rama passte auf und lenkte den Ball zur Ecke. Wenige Augenblicke später war Rama dann geschlagen. Der eingewechselte Ulrich Tchakounte Leukeu brachte den Ball auf den zweiten Pfosten und der freistehende Batuhan Kavakli schob zum 2:1 ein (84.). Holzminden kam noch ein weiteres Mal vor das Hildesheimer Tor. Nach einem Freistoß von Maarten Ebert köpfte Suleman Danjuma das Spielgerät über das Hildesheimer Tor. 

Bedingt durch die zwei getätigten Trinkpausen in der zweiten Halbzeit zeigte Schiedsrichter eine achtminütige Nachspielzeit an. Ulrich Tchakounte Leukeu schoss den Ball aufs Tor, aber Innenverteidiger Jonathan Just war hellwach und klärte vor der Linie (90.+3.). Der Druck der Hausherren wurde immer größer und Holzminden konnte für keine Entlastung mehr sorgen. In der achten Minute der Nachspielzeit erhöhte Hoshyar Taha Bash auf 3:1. Türk Gücü brauchte für den Klassenverbleib noch ein Tor. Eine Minute später setzte sich Ulrich Tchakounte im Sechzehner stark durch und stocherte den Ball zum vielumjubelten 4:1 ins Tor. Holzminden warf im Anschluss alles nach vorne, aber es sollte schließlich beim bitteren 4:1-Endstand bleiben, womit Holzminden Kreisligist bleibt. 

„Trotz Traumstart haben wir es leider über die gesamte Spielzeit nicht geschafft in unserer gewohntes Spiel zu kommen, viel mit langen Bällen gearbeitet und kaum den Ball in den eigenen Reihen laufen lassen. Dementsprechend kamen die Bälle postwendend zurück und wir mussten über die gesamte Zeit bei über 30 Grad hinterherlaufen. Dann waren wir gezwungen durch verschiedene Verletzungen/Kreislauf bereits vor der Halbzeit viermal zu wechseln. Das soll aber keinesfalls die Leistung der Einwechselspieler schmäler und auch nicht als Ausreden gelten, aber die Mannschaft, die sowas kompensieren kann, möchte ich sehen. Im Endeffekt darfst du dir am Ende keine zwei Tore mehr fangen und musst das Spiel über die Zeit bringen“, resümierte SV-Trainer Maximilian Schatte.

Foto: mm

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